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nagerforum.com - User - Wissenswertes über Kaninchen - Seite 1 -
Artikel > Kaninchen
Wissenswertes über Kaninchen - Seite 1

Kaninchen – Haltung und Vergesellschaftung

Kaninchen

 

Kaninchen sind keine Einzelgänger. Die beste Konstellation ist ein Rammler und eine Häsin. Der Rammler kann frühkastriert werden – unter 12 Wochen – oder eine normale Kastration über sich ergehen lassen.

Bei Frühkastrationen ist der Vorteil, dass keine Quarantänezeit eingehalten werden muss, da die Rammler unter 12 Wochen noch nicht zeugungsfähig sind.

Über 12 Wochen muss jedoch eine Mindestquarantänezeit von 6 Wochen eingehalten werden, da der Rammler in diesen 6 Wochen noch einen Rest an lebensfähigen Spermien in sich trägt und somit noch zeugungsfähig ist.

 

Eine Vergesellschaftung von Kaninchen – gleich wie viele Tiere es sind – muss auf neutralem Boden gestartet werden. Sprich einen Raum, den kein Kaninchen als sein Revier ansieht.

Während der Vergesellschaftung kann es mitunter sehr ruppig zugehen.

Die Kaninchen rammeln sich gegenseitig. Dabei ist es egal welches Geschlecht, da das Rammeln ein Mittel ist, um die Rangordnung im Rudel zu klären.

Die Kaninchen jagen sich gegenseitig und es fliegt auch Fell.

Das sind alles normale Vorgänge und der Mensch sollte in solchen Situationen nicht in das Geschehen eingreifen, denn das würde die Vergesellschaftung nur noch verlängern.

 

Bevor die neu zusammengestellte Sippe in den Käfig zieht, muss sicher gestellt werden, dass auch dort niemand Revieransprüche erheben kann.

D.H. entweder ziehen die Tiere in einen Stall, den keines der Kaninchen zuvor bewohnt hat oder man säubert den Stall sehr gut.

Das heisst, dass das Stroh gewechselt werden muss und alle Einrichtungsgegenstände gereinigt werden müssen.

 

Für die Haltung von Kaninchen werden für eine artgerechte Haltung ca. 2 QM pro Tier eingerechnet.

In einigen Wohnungen ist es jedoch nicht möglich, solche Gehege zu errichten.

Hier muss der Käfig aber mindestens 1,60 m lang sein, damit die Kaninchen sich vernünftig bewegen können.

Besonders in letzterer Unterbringung ist täglicher, mehrstündlicher Auslauf unabdingbar!

Kaninchen sind sehr bewegungsfreudige Wesen und das sollte man ihnen nicht aberkennen.

 

Optimal ist die Haltung mit 24 Stunden Freilauf in einem ganzen Raum oder vergleichbares.

 

Kaninchen sind dämmerungsaktiv, das bedeutet, dass wenn sie zur Dämmerung im Käfig sind, sie sich grade zu ihrer aktivsten Zeit nicht ausreichend bewegen können.

 

Zur Käfigeinrichtung gehören:

-         mindestens 2 schwere Näpfe. Einer für Wasser und einer für Futter. Nippeltränken sind nicht gut geeignet, da die Tiere beim Trinken eine unnatürliche Haltung einnehmen müssen und das Wasser nur Tröpfchenweise aufnehmen können.

-         Heuraufen. Heu ist zum Einstreuen für Käfige ungeeignet, da es auch im verschmutzen Zustand gefressen wird. Das Heu sollte also in einer Heuraufe untergebracht sein, wo es nicht verschmutz werden kann.

-         Erhöhte Plätze. Da Kaninchen in der Natur immer wachsam vor Feinden sein müssen, sind erhöhte Plätze unbedingt erforderlich. Schlafhäuschen aus dem Zoohandel sind nur bedingt geeignet, da die meisten zu leicht sind und von den Kaninchen herumgeschoben oder umgekippt werden.

-         Stroh oder Holzeinstreu zum einstreuen.

 

Das sind die grundlegenden Dinge.

 

Märchen und ihre Wahrheiten:

 

In Zoohandlungen werden gerne diese rosa Lecksteine für Kaninchen angeboten.

Es heisst, dass dort wichtige Mineralien enthalten sind.

Fakt ist aber, dass rosa Lecksteine vermehrt Nierensteine erzeugen und die Tiere dadurch schwer krank werden können.

Und wenn man ausgewogen ernährt, dann bekommen die Kaninchen alle wichtigen Nährstoffe, die sie brauchen.

 

In Zoohandlungen wird oft zu Trockenfutter als Hauptnahrung geraten.

Die meisten Trockenfutterarten entsprechen jedoch keinesfalls den Anforderungen, die Kaninchen an ihre Ernährung stellen.

So ist in fast allen Trockenfuttermischungen Getreide enthalten.

Getreide gehört nicht zum natürlichen Nahrungsplan von Kaninchen, da die Getreidehalme zu hoch sind, als dass Kaninchen dort heran kommen könnten.

Dinge wie „Snacks“ und ähnliches werden von Kaninchen ebenso wenig benötigt!

Was man als Trockenfutter geben kann, sind Heupellets mit mindestens 15 % Rohfaseranteil. Diese Pellets dienen dem Zahnabrieb.

 

Es wird oft geraten, Katzenstreu unter die normale Streu auszulegen, damit es besser saugt und geruchbindend ist. Diese Eigenschaft hat Katzenstreu in der Tat. Aber: Kaninchen werden immer buddeln – sprich an das Katzenstreu herankommen. Und wenn die Tiere es fressen, dann entstehen Klumpen im Verdauungsvorgang, die das Tier schwer krank machen können!

 

In Zoohandlungen werden weiße Nagersteine angeboten zum besseren Zahnabrieb.

Da diese Steine aber sehr weich sind, dienen sie maximal dem Spaß der Tiere.

Diese Steine sind nicht giftig, da sie aus Naturgesteinen wie Ytong hergestellt werden, doch einen gesundheitlichen Sinn verbergen die Steine nicht.

 

Hartes Brot wird heute noch oft verfüttert. Doch auch das nutzt die Zähne nicht genug ab, da es durch den Speichel des Tieres aufgeweicht ist.

Brot sollte – genau wie Getreide – nicht verfüttert werden.

Besonders Weißbrot kann schwere Schäden verursachen, da es im Bauch des Kaninchens gärt.

 

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Eine Krankheit, die heutzutage leider mit am häufigsten verbreitet ist, ist die Zahnfehlstellung. Diese entsteht dadurch, dass die meisten Kaninchen traurigerweise total überzüchtet sind.

Die Zähne sollten ständig kontrolliert werden, da sie sich nicht auf natürlichem Wege abnutzen können.

Die Zähne haben eine Fehlstellung, durch die eine Abnutzung nicht möglich ist und dadurch, dass sie ständig nachwachsen, werden die Zähne bei einer Fehlstellung lang.

Das verursacht, dass das Tier Probleme bei der Nahrungsaufnahme hat.

Nicht entdeckte Zahnfehlstellungen können schwere Schäden anrichten:

Wenn die vorderen Zähne betroffen sind, können sie oben oder unten im Maul einwachsen. Es sind Fälle bekannt, in denen der unentdeckte Zahnfehlstand dazu führte, dass die Zähne bis zum Gehirn vorgedrungen sind. In der Regel verhungern die Tiere aber leider, wenn sie nicht mehr fähig sind, Nahrung zu sich zu nehmen.

Zahnfehlstellungen der Backenzähne können nach innen und nach außen wachsen. Das bedeutet, wenn dieser Fehlstand unentdeckt bleibt, dass die Zähne in die Zunge oder Wangen wachsen können, was natürlich wahnsinnige Schmerzen hervorruft.

 

Generell gilt: Lieber ein Mal zu viel zum Tierarzt gehen, als ein Mal zu wenig!

 

Die Tiere müssen auch jährlich geimpft werden gegen RHD und Myxomatose.

Beide Krankheiten sind ganz sicher tödlich und man kann sie vorher nicht erkennen.

Bei RHD z.B. ist das Tier bei Infektion innerhalb weniger Tage verstorben.

Bitte vernachlässigt diese Impfungen nicht!

Es geht noch immer das Gerücht um, dass diese Krankheiten nur durch wildlebende Kaninchen übertragen werden, deshalb lassen die meisten Halter die Tiere in Innenhaltung nicht impfen.

Dies ist nicht korrekt, denn die Krankheiten werden auch durch Mücken und Fliegen übertragen!

 

Autor: MonaKS 0 Kommentare Druckansicht
Letzte Änderung: 14.03.2005, 08:06 Angesehen: 9050 -
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