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nagerforum.com - User - Wissenswertes über Hamster - Seite 1 -
Artikel > Hamster
Wissenswertes über Hamster - Seite 1

Wissenswertes über Hamster

Catrin Nitzsche

Stand: 12.03.2004


Herkunft

Unsere Goldhamster stammen von dem syrischen Goldhamster ab. Die natürliche Heimat des syrischen Goldhamsters liegt in der aleppinischen Hochebene 280-380 m über den Meeresspiegel. Die weitverbreitete Annahme, dass der Hamster in Steinsteppen und Halbwüsten lebt, ist eine Fehlinformation. In seinem Verbreitungsgebiet dominiert Ackerland, und er ist in den einjährigen Kulturen wie Weizen, Gerste, Kichererbsen, Linsen, Melonen, Tomaten, Gurken und Hibiskus zu finden (Prof. Rolf Gattermann) [1].

Arten

  • Großhamster, zu ihnen gehört der Feldhamster
  • Mittelhamster, zu ihnen gehört unser Goldhamster
  • Zwerghamster, bei uns erhältliche gängige Arten sind der Chinesische Streifenhamster (Chinesen), der Roborowski-Zwerghamster, der Dsungarische Zwerghamster und der Campbell-Zwerghamster

Neben dem wildfarbenen Goldhamster gibt es unterschiedliche Fell- und Farbvarianten [2]:

  • Gescheckte, in vielen Farbvarianten
  • Einfarbige, Farbformen: Weiß mit roten oder schwarzen Augen, schwarz bis grau, beige oder cremefarbig
  • Russenhamster (von Ruß, auffällige schwarze Abzeichen)
  • Satinhamster (kurz und langhaarig)
  • Teddyhamster (kurz und langhaarig, Fell ist plüschig und glänzt)
  • Langhaarhamster (Angora)

Biologie

Hamster sind dämmerungsaktiv und bodenlebend. Sie legen ihren Bau unter Tage direkt im Erdreich an. Der Bau besteht aus einer oder mehreren Fallröhren mit tiefen Stollen. Sie sind in der Regel ausgestattet mit einem Wohn- und Schlafkessel sowie einer Vorrats- und Klokammer. Die Tiefe des Baus im Boden beläuft sich auf bis zu 2,50 m. Dies schützt den Hamster vor den teilweise starken Tag- und Nachtschwankungen der Temperatur in seiner Heimat.

Sozialleben

Goldhamster sind außerhalb der Brunft ausgesprochene Einzelgänger. Deshalb sollten sie zu Hause auch einzeln gehalten werden. Bei Revierkämpfen im Käfig kann der Unterlegene in der Not nicht flüchten und wird vom Gegner stark verletzt, wenn nicht sogar totgebissen.

Bei den Zwerghamstern gibt es 2 unterschiedliche Ansichten:

  1. Zwerghamster soll man nicht in Gruppen halten, da sie auch in der Natur ausgesprochene Einzelgänger sind. Sie können sich auch noch nach einem Jahr des guten Zusammenlebens plötzlich tot beissen.
  2. Zwerghamster sind sehr gesellige Tiere, die man ohne Probleme in Gruppen halten kann. Die Hamster sollten aus demselben Wurf stammen und dürfen nie getrennt werden. Der Käfig darf nicht beliebig groß sein, damit es zu keiner Revierbildung und somit zu Revierkämpfen kommen kann.

Meine Dsungaren bzw. Campbells laufen gern gemeinsam im Laufrad. Das Laufrad muss natürlich für einen solchen Ansturm geeignet sein. Dennoch ist von der Gruppenhaltung abzuraten, da einfach viele Hamsterhalter negative Erfahrungen gemacht haben.

Aktivität

Goldhamster sind in der Regel ausschließlich nachtaktiv. Mit einsetzender Dämmerung gehen sie auf Futtersuche, erkunden den Käfig oder laufen manchmal stundenlang im Laufrad. Die Nachaktivität führt dazu, dass man seinen kleinen Schützling manchmal tagelang nicht sieht, da der Mensch genau dann schläft, wenn der Hamster aktiv ist.

Größe

Ausgewachsene Goldhamsterweibchen werden bis zu 18 cm lang und wiegen 150 bis 180 g. Männchen hingegen werden nur bis zu 15 cm lang und wiegen 130 bis 150 g. Die Körpertemperatur beträgt 36,8-38 C. Goldhamster haben 7 bis 11 Zitzenpaare.

Bei Zwerghamstern kommt es auf die jeweilige Art an.

Tabelle: Gewichte und Größen versch. Hamsterarten [3]
  Männchen Weibchen
  Größe Gewicht Größe Gewicht
Dsungaren 10,5-11 cm $\approx$48-55 g 9,5-10 cm $\approx$38-45 g
Campbell ähnlich den Dsungaren
Chinesen 10,5-12 cm $\approx$38-45 g 8-9 cm $\approx$28-35 g
Roborowski 6-7 cm $\approx$20-25 g 6-7 cm $\approx$17-23 g
Goldhamster bis 15 cm $\approx$130-150 g bis 18 cm $\approx$150-180 g


Lebenserwartung

Goldhamster haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 2,5-3 Jahre. In Ausnahmefällen können auch 4-5 Jahre erreicht werden.

Zwerghamster:

Bei den oben genannten Arten liegt die Lebenserwartung bei 2-3 Jahren. Roborowskis haben eine Lebenserwartung von 1,5-2 Jahren. Dies liegt unter anderem an ihrer Körpergröße. Je kleiner ein Tier ist, umso schneller läuft im allgemeinen seine innere Uhr.

Geschlechtsreife/Zucht

Goldhamsterweibchen werden schon mit 4-5 Wochen geschlechtsreif. Wenn Nachwuchs erwünscht ist, sollte das Weibchen nicht jünger als 12 Wochen und nicht älter als 15 Monate sein, da es zu Komplikationen kommen kann. Für den Erstwurf wird ein Höchstalter von 6 Monaten angegeben. Auch das Männchen sollte ein gewisses Mindestalter haben. Männchen sollten mindestens 2,5 Monate und nicht älter als 1,5 Jahre sein.

Von einer privaten Zucht würde ich in der Regel abraten. Es gibt einfach so viele herrenlose Hamster, denen man noch ein schönes Leben bereiten kann.

Hat man sich trotzdem für gewollten Nachwuchs entschieden, sollte man sich auf jeden Fall gut erkundigen, bevor man seinen Hamster decken lässt. Ein wichtiges Thema ist hier die Hamstergenetik. Einige Verpaarungen können bei den Jungtieren zu Missbildungen führen. Es sollte auch im Vorfeld die Abgabe des Nachwuchses geklärt werden, damit man nicht hinterher auf den Tierchen sitzen bleibt.

Tragzeit/Wurfgröße

Die Tragzeit für Zwerghamster wird in der Literatur mit 19-22 Tagen angegeben. Dsungaren können eine kürzere Tragzeit von nur 18 Tagen haben.
Abbildung 1: Campbell-Nachwuchs
Mutter mit Tochter Campbells auf der Hand


Tabelle: Wurfgrößen bei Zwerghamstern
Dsungaren 4-6 Junge  
Chinesen 7 Junge (es werden in der Regel nur 5 aufgezogen)
Roborowski 3-5 Junge (oft kommen bei einem 5er Wurf nur 3 Jungen durch)


Bei Hamstern gibt es auch Kannibalismus. Eine Hamstermutter kann schon mal ihre eigenen Jungen auffressen. Bei Zwerghamstern ist es zu empfehlen, während der Tragzeit und danach, zusätzliches tierisches Eiweiß zu füttern, damit die Mutter ihre Jungen nicht aufgrund einer Mangelernährung frisst.

Goldhamster besitzen eine Tragzeit von 16-18 Tagen und sind wahre Weltmeister im Nachwuchs bekommen. Ein Weibchen kann 5-8 mal im Jahr mit 6-15 Junge aufwarten. Es werden jedoch in der Regel nur 8 aufgezogen.

Haltung

Gehegegröße

Bei der Auswahl des richtigen Käfigs hat man als Hamsterliebhaber die Qual der Wahl. Optimal wäre ein selbstgebauter Käfig. Der Schweizer Tierschutz empfiehlt für einen einzelnen Goldhamster eine optimale Käfiggröße von 150x75 cm und einer Höhe von 30 cm. Die Mindestgröße für alle Hamsterarten sollte aber 80x40 cm und eine Höhe von ebenfalls 40 cm für ein einzelnes Tier nicht unterschreiten. Goldhamster dürfen nicht in normalen Aquarien gehalten werden wie die Zwerghamster. Am Boden kann sich leicht giftiges Ammoniak ansammeln, das aus den Ausscheidungen entsteht. Bei Zwerghamstern ist die Ausscheidung geringer. Geeignet sind Terrarien, da sie eine entsprechende Belüftungsmöglichkeit besitzen. Die Terrarien bzw. Aquarien sollten auch von oben gut belüftet sein, damit ein ausreichender Luftaustausch gewährleistet werden kann. Eine Gitterabdeckung und der Käfig an sich sollten je nach Größe der Art auch entsprechend feinmaschig sein.

Gehegeausstattung

Zur Grundausstattung gehören:
  • Schlafhäuschen (optimal: Holz, großer Eingang, abnehmbarer Deckel)
  • Nippeltränke
  • Fressnapf (Keramik)
  • Laufrad
  • Salzleckstein
  • Sandbad (Chinchilla-Sand)

Weiteres Einrichtungszubehör richtet sich nach den Vorstellungen und Ideen des Halters. Jedem Hamster sollten ausreichend Versteck- und Klettermöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, zum Beispiel Korkröhren, Weidenbrücken, ausgehöhlte Kokosnussschalen, Wurzel zum Klettern, hohle Holzstämme, Papprollen, etc. Als Nistmaterial eignen sich besonders gut unbedrucktes, weißes Toilettenpapier und in Stücke gerissene Papiertaschentücher.

Eine Toilettenecke sucht sich der Hamster meistens selber. Man kann sie aber auch vorher schon einrichten. Hierfür sind Hamstertoiletten im Handel erhältlich. Meine Hamster lieben Chinchilla-Sand als Toiletten-Streu. Der Vorteil von Chinchilla-Sand gegenüber normaler Streu ist, dass die feuchten Stellen verklumpen. So lassen sie sich ganz einfach entfernen.

Pflege

Zur täglichen Pflege gehören die Bereitstellung von frischem Futter, frischem Wasser und die Nestkontrolle nach nicht aufgefressenem Grünfutter. Nicht gefressenes Grünfutter kann im Nest schimmeln und sollte deshalb rechtzeitig entfernt werden. Je noch Verschmutzungsgrad sollte auch die Toilette regelmäßig gereinigt werden. Eine zu häufige Reinigung des Nestes kann den Hamster stören und dazu führen, dass er sich einen anderen Schlafplatz sucht. Am besten ist es, wenn man nach der Reinigung wieder etwas altes Nestmaterial hinzufügt. Der Hamster erkennt dann am vorhandenen Geruch seine Schlafkammer wieder, was wiederum weniger Stress für ihn bedeutet. Die Käfigwanne sollte bei jeder Komplett-Reinigung mit kochendem Wasser ausgespült werden. Ein paar Tropfen reines Zitronenöl im Wischwasser entfernen Geruch, wirken desinfizierend und schaden den Hamstern nicht. Hartnäckige Verkrustungen wie Harnstein lassen sich zur Not auch mit Essigreiniger entfernen. In der Regel aber keine harten Haushaltsreiniger verwenden, sie können für das Tier schädlich sein. Nach jeder Reinigung mit zusätzlichen Reinigungsmitteln gilt: gut nachspülen, damit keine Rückstände im Käfig bleiben. Hinterher müssen die feuchten Materialien gut abgetrocknet werden. Feuchtigkeit im Käfig ist nicht gesundheitsfördernd.

Impfungen

nicht bekannt

Ernährung

Abbildung 2: Campbells beim Fressen
Campbell im Baumstamm Campbells beim Fressen

Gold- und Zwerghamsterfutter gibt es jedem gut sortierten Zoogeschäft. Das Futter sollte generell nur wenig Sonnenblumenkerne und am besten keine Erdnüsse enthalten, da dies Dickmacher sind. Zwerghamster benötigen kleinere Sämereien (wie Hirse) und einen höheren tierischen Eiweißgehalt als Goldhamster. Es gibt speziell für Zwerghamster Futter mit zugesetzten Insekten (z.B. WitteMolen), welches ich sehr empfehlen kann. Man kann aber auch selber Gammarus, kleine Mengen Hackfleisch (Rind) oder Mehlwürmer füttern. Hackfleisch gebe ich meinen Süßen aber nur einmal im Monat, die Mehlwürmer (2-4 Stück) und Gammarus kann man auch wöchentlich füttern. Sehr beliebt sind auch purer Joghurt und Quark mit Honig oder gekochte Eier.

Saft- und Grünfutter gehört mit zur Grundnahrung. In der Regel darf man alles füttern, Ausnahme sind jedoch Zitrusfrüchte und Kohlsorten (Kohl bläht). Beliebt sind Karotten, Apfel, Chicoree, Feldsalat, Erdbeeren, Weintrauben, Melone, Birne, Paprika (gelb/rot), roher Mais und Gurke. Banane sollte nicht verfüttert werden, da davon die Hamsterbacken verkleben können. Kiwis besitzen viel Säure, die die empfindlichen Magenwände angreifen könnte.

Keine gesalzenen oder gewürzten Nahrungsmittel verfüttern (dazu gehören auch Salami und Speck)!!!

Anschaffung

Vor einer Anschaffung sollte man sich immer genau über die Bedürfnisse des Tieres informieren. Verkäufer in Zoogeschäften wollen primär verkaufen und sind nicht ausreichend über ihre Tierarten informiert. Am besten, man beschafft sich erst einmal Literatur oder schaut sich in den entsprechenden Foren um. Ich würde empfehlen, Hamster erst am späten Nachmittag zu kaufen oder zu holen, da es weniger Stress für sie bedeutet. Bevor ein Hamster nach Hause kommt, sollte auf jeden Fall der Käfig fertig aufgebaut und eingerichtet sein, dies schließt auch die Gefahr von nicht gewollten Spontankäufen aus. Der Käfig braucht auch einen festen Standort. Die natürlichen Feinde des Hamsters kommen in der Regel von oben. Dementsprechend sollte der Käfig nicht direkt auf dem Boden stehen. Ständige Zugluft ist auch nicht gut. Der Käfig sollte in einer ruhigen Zimmerecke stehen. Der Standort direkt vor Musikboxen ist ebenfalls nicht geeignet. Direkte Sonneneinstrahlung würde ich ebenfalls nicht empfehlen.

Eingewöhnung

Wichtig: Lasst dem Hamster viel Zeit zum Eingewöhnen.

Die Tierchen müssen sich erst an ihre neue Umgebung und euren Geruch gewöhnen. Natürlich ist ein neues Haustier total interessant und aufregend, aber der Halter tut sich und dem Hamster gar keinen Gefallen, wenn das Tier schon am ersten Tag mit seinem neuen Besitzer spielen und kuscheln soll. Gönnt dem Neuankömmling eine Woche Ruhe. Wie schnell ein Hamster handzahm wird, hängt von der Art, dem Charakter und der Geduld der Halter ab. Ein sehr ängstlicher Hamster kann auch mal 2-3 Monate brauchen bis er Vertrauen zu seiner neuen Umgebung hat. Andere Hamster konnten sich schon an den Menschen gewöhnen und sind sofort handzahm. Hamster lassen sich auch gerne mit Leckerlis bestechen, die man ihnen durch das Gitter reichen kann oder zur Gewöhnung direkt auf der flachen Hand präsentiert. Nicht erschrecken, falls der Hamster anfänglich zubeißt. Dies ist einen ganz natürliche Abwehrreaktion auf alles Unbekannte.

Nützliche Literatur

Internetseiten

  • www.hamsterinfo.de
  • www.hamster-wissen.com
  • www.hamsterseiten.de
  • www.zuechtertierschutz.ch/de/tierhaltung/krankheiten/goldhamster
  • www.geocities.com/calhamassoc/newsletter -- englisch

Buchempfehlungen

  • Sandra Honigs. Zwerghamster -- Biologie - Haltung - Zucht. NTV-Kleinsäuger-Verlag.
Außerdem alle weiteren Quellen dieses Artikels.

Literatur

1
www.annas-hamster.de.

2
Peter Beck.
Liebenswerte Hamster.
Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., 1996.
ISBN: 3-440-07161-8.

3
Judy Fox.
Mein Zwerghamster zu Hause.
bede-Verlag, 2002.
ISBN: 3-89860-027-0.
Catrin Nitzsche 2004-03-12
Autor: Catrin Nitzsche 0 Kommentare Druckansicht
Letzte Änderung: 12.03.2004, 22:24 Angesehen: 16368 -
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