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nagerforum.com - User - Ratten als Haustiere - Alles was man wissen und beachten sollte. - Seite 1 -
Artikel > Ratten
Ratten als Haustiere - Alles was man wissen und beachten sollte. - Seite 1

Farbratten (Rattus norvegicus domesticus)

Herkunft: Die Farbratte stammt von der Wanderratte (Rattus norvegicus) ab.

Verhalten:
zu Artgenossen
Die Farbratte ist ein sehr soziales Tier und lebt gerne in großen Gruppen möglichst zu gleichgeschlechtlichen oder kastrierten Ratten zusammen. Ratten kuscheln gerne zusammen, spielen miteinander und unterhalten sich im Ultraschallbereich, was wir den Tieren bei noch so guter Pflege und Zeit nie bieten können.

Wenn man allerdings neue Ratten zu seinem alten Rudel setzen will, kann man die neuen Ratten nicht einfach in den Käfig der anderen setzen. Das geht in den meisten Fällen nie gut (siehe Integration).

zu Menschen
Ratten können auch in großen Gruppen sehr zutraulich und zahm werden. Wenn man sich genügend mit ihnen beschäftigt. Sie hängen sehr an ihrem Besitzer und zögern in der Regel keine Minute, um auf ihrem Menschen herum zuspielen. Trotzdem sollten Ratten nie alleine gehalten werden!!!

Geschlechtsreife
In der Regel sind sowohl männliche als auch weibliche Tiere mit 5 Wochen geschlechtsreif. Daher sollten die Jungtiere rechtzeitig getrennt werden, um neuen Nachwuchs zu vermeiden.
Eine männliche Ratte, wird Bock genannt und kann bis zu seinem Lebensende Spermien
produzieren.
Das weibliche Tier trägt ihre Jungen 21 Tage. Eine Schwangerschaft kann man meistens erst kurz vorher anhand von geschwollen Zitzen und einem dicken Bauch feststellen. Man merkt es auch an ihrem Verhalten, denn sie wird sich kurz vorher ein Nest bauen und sich dort aufhalten. Eine Rättin kann 12-16 Junge zur Welt bringen.
Leider gibt es immer wieder Fälle, wo Zoohandlungen Männchen und Weibchen zusammen halten und der unwissende Käufer nach einigen Tagen feststellt, dass er Nachwuchs hat, womit er meistens überfordert ist.

Männchen oer Weibchen
Im Prinzip gilt jedes Tier ist anders und muss nicht der allgemeinen Meinung entsprechen.

Männchen:
Böcke werden zunächst schwerer und größer als weibliche Ratten. Ein Bock kann ca. 600-800g (mal mehr, mal weniger) auf die Waage bringen. Zum Menschen sind Böcke schmusig und lieb. Allerdings stellen die Böcke untereinander häufiger die Rangordnung neu fest. Sie sind auch sehr nagefaul und markieren mehr als Weibchen.

Weibchen:
Eine Rättin ist kleiner und wiegt in den meisten Fällen ca. 250-400g. Rattenweibchen sind meistens aufgeweckt, kletterfreudig und nagen sehr gerne. Allen Behauptungen nach können auch Weibchen sehr zutraulich und schmusig sein. Weibchen haben weiches Fell und sind immer in Bewegung.

Haltung
Ratten sollten wie bereits erwähnt möglichst zu zweit leben. Ich persönlich finde eine Gruppe von vier Ratten am Besten, was natürlich nicht jeder halten kann oder will, da bei einem zweier Rudel immer eine alleine wäre, wenn eine stirbt. Ratten müssen täglich mindestens zwei Stunden beschäftigt und ihnen Freilauf in einem möglichst „rattensicheren“ Zimmer unter Aufsicht gewährt werden.

Integration (von Neulingen in ein bestehendes Rudel):
Da Ratten sehr sozial sind, sollten sie in Gruppen leben. Wenn man sich entschließt sich zu dem bestehenden Rudel noch eine oder mehrere Ratten anzuschaffen, kann man diese nicht einfach in das alte Rudel reinsetzen.
Man spielt mit dem Leben der Ratte, denn es gab leider schon Todesfälle. Jede Ratte ist anderes und das Alphatier wird sein Rudel zunächst verteidigen und beschützen wollen.
Zunächst sollte man die Neuankömmlinge an sich selbst gewöhnen, damit die Ratten bei der Integration besser auseinander holen.
Um sie besser aneinander zu gewöhnen, kann man die Käfigeinrichtung wie z.B. Hängematten, Häuser, Nistmaterial und Spielzeug austauschen. So gewöhnen sich die Ratten an den Geruch der anderen.

Will man die zwei sich noch fremden Gruppen zum ersten Mal zusammen, sollte dies an einen für beide neutralen Ort geschehen. Dort sollte es auch keine Versteckmöglichkeiten geben. Das erste Aufeinandertreffen sollte nicht zulange sein, da es für die Tiere Stress bedeutet. Ist dieser Auslauf auch nach mehreren Treffen friedlich gewesen, kann man es in langsamen Schritten wagen die Neulinge in den Käfig zu lassen. Dazu sollte vorher alles gereinigt werden und Tücher etc. möglichst neu gegeben werden.
Die Integration von unkastrierten Böcken ist meistens schwieriger als die von Weibchen. Generell ist es aber abhängig von dem Rudel und der jeweiligen Ratte.

Ernährung:
Ratten würden, wenn es nach ihnen geht so ziemlich alles fressen. Meine Ratten bekommen täglich mehrere Fressschalen mit Rattima (ein geprüftes Rattenfutter vom Verein der deutschen Rattenhalter), ihrem Hauptfutter in die Voliere gestellt. Außerdem noch Leckerlis aus dem Handel oder selbstgebackene Leckereien ohne Zucker.

Außerdem bekommen meine Ratten viel Obst und Gemüse wie Gurken, Tomaten, Paprika, Bananen, Äpfeln und anderes. Zusätzlich Nudeln, gekochte Kartoffeln und ab und zu mal ein Stück Käse. Bitte auf Kopfsalat oder Kohl wegen dem Nitratgehalt verzichten. Ab und zu wird mal ein gekochtes und ungeschältes Ei verfüttert. Ihr solltet euren Ratten auf keinen Fall Multivitamin oder Käse-Paste (die für Katzen) vorenthalten. Die lieben das stinkende Zeug und ist ideal zur Medikamenteneingabe.

Bitte kein Katzenfutter füttern, denn darin ist zuviel Eiweiß erhalten, welches die Krebsbildung bei Ratten fördert.

Unterbringung/Käfig
Prinzipiell gilt: Desto größer der Käfig, umso besser! Man kann den Nagern einen Käfig selber bauen mit vielen Etagen, Versteckmöglichkeiten und Spielzeug oder man kauft sich einen Käfig im Fachgeschäft, der für 2-4 Ratten mindestens 220 Liter haben sollte (1 Liter = 10cm x 10 cm x 10cm), wobei ich die handelsüblichen Käfige nicht sehr ideal finde. Der Käfig sollte aber eine Mindesthöhe von 80 cm haben und diese auf keinen Fall unterschreiten.

Käfigausstattung:
Den Käfig kann man mit verschiedenen Dingen ausstatten. Alte Rollen von Teppichen eignen sich sowie Grasnester (bitte vorher einfrieren Milbengefahr), alte Kartonagen, Hängematten aus alten Tüchern, Spielzeug für Frettchen und vieles mehr.
Bitte keine Laufräder! Da Ratten auch in der Natur keine Lauftiere sind, ist ein Laufrad im Käfig unnötig und wird der Ratte nur schaden.

Warum keine Laufräder?
Auch in der Natur sind Ratten keine Lauftiere sowie Hamster oder Mäuse. Ein Laufrad im Käfig verursacht langfristige Schäden. Durch die engen Gitter wird die Ratte mit dem Bein stecken bleiben. Es sich in der Panik brechen, verstauchen oder schlimmeres. Ausgerenkte oder abgequetschte Schwänze sind meistens auch die Folge von Laufrädern.
Auch die Laufräder mit einem Schutz drauf oder die Plastikräder sind ungeeignet. Sie können Haltungsschäden bei den kleine verursachen, die nicht mehr wegzumachen sind. Daher lasst die Räder aus dem Käfig auch wenn sie Standardmäßig im Käfig dabei sein sollten!!

Haltung mit anderen Haustieren:
Ratten sind zwar sehr soziale Tiere, aber man sollte sie nicht mit Meerschweinchen oder Kaninchen in einem Käfig halten. Das würde nie gut gehen. Ratten haben ein feines Gehör und das Piepsen der Meerschweinchen tut ihnen im Ohr weh.
Alles was kleiner ist als die Ratte wird automatisch als Beutetier angesehen. Daher würde ich die Ratten getrennt von anderen Kleintieren halten, d.h. in einem anderen Zimmer.

Ich selbst habe drei Katzen und einen Hund und bisher noch keine Probleme gehabt, aber trotzdem ist auch hier Vorsicht geboten. In vielen Fällen gehören die Ratten für die anderen Tiere zur Familie und werden im Käfig nicht als Beute angesehen.
Aber man sollte die beiden Tierarten nie alleine lassen. Wenn die Ratten Freilauf haben, sollte die Tür generell zu sein oder man bringt den Katzen oder Hunden bei, dass sie zu diesem Zimmer keinen Zutritt haben, was sich sehr gut umsetzen lässt. Auch wenn die Katzen oder die Hunde sich scheinbar nicht an den Ratten interessieren, sollte man das Risiko auf keinen Fall eingehen.

Ratte mit nach draußen nehmen?
Nein. Die Ratte gehört nicht nach draußen und wird in der Regel flüchten wollen. Die Ratte wird sich vor den fremden Gerüchen und dem Lärm fürchten. Die Kälte oder Hitze schadet zudem ihrer Gesundheit. Sie kann sich erkältet und zu einer Lungenentzündung oder Atemproblemen führen.
Die Ratte kann herunterfallen oder schwer verletzt werden, wenn der Mensch von einem Hund (der die Ratte riecht) beispielsweise angesprungen wird.
Andere Menschen, die die Ratte entdecken, könnten sich bedroht fühlen und dem Tier ernsthaft schaden. Das ist leider alles schon passiert.
Ebenso kann sich die Ratte Parasiten oder Krankheiten einfangen mit der sie nicht klarkommt. Jedes unnötige Entfernen aus der gewohnten Umgebung bedeutet purer Stress für das Tier.

Farben:
Mittlerweile gibt es Ratten in vielen Farben und Zeichnungen. Es gibt noch mehr, als die, die von mir aufgezählt werden.

-Albino: Von Geburt an weiß, rote Augen
-Agouti berkshire: Wildfarben, der Bauch ist Weiß. Die Füße sind bis zur Hälfte Weiß
-Agouti blazed caped mismarked: Kopf in Wildfarben, rest weiß
-Black: Sehr tiefes Schwarz ohne braun (selten)
-Black hooded collared: Kopf ist schwarz, dan folgt ein weißer Stricht und dann erst kommt die Hooded-Zeichnung.
-Chocolate: Kräftiges Dunkelbraun (oft mit Black verwechselbar)
- Black silvered berkshire blazed Schwarz-braunes Fell mit Silber-Einstich und mit weißem Bauch, weißen Pfoten. Blazed steht für die weiße Blesse im Gesicht.
-Husky: Ein Husky hat meisten verschiedene Grautöne, wobei es auch Huskys in unterschiedliche Farben gibt. Die gängigste ist aber grau.
Es gibt Agouti und Non Agouti.
Agouti: das einzelne Haar ist gebändert, zb Spitze hell, die Mitte dunkel dann wieder hell
Non Agouti: das einzelne Haar ist komplett von der Spitze bis zur Wurzel eine Farbe

Leider gibt es auch viele Qualzuchten wie Dumboratten, Nacktratten, Rexratten und andere. Bitte unterstützt diese Zuchten nie auch wenn sie noch so süß aussehen.

Lebenserwartung: 1 ½ bis 3 Jahre

Häufige Krankheiten:
Leider leiden Ratten häufig an Krebs. In den meisten Fällen kann man sie noch operieren, wenn die Tumore noch nicht zu groß geworden sind. Allerdings kommen sie in der Regel an derselben Stelle oder an anderer Stelle wieder. Sie können aber auch Herzkrankheiten oder Lungenprobleme bekommen.

Anschaffung:
Wie bereits erwähnt, würde ich von einem Kauf in einer Zoohandlung abraten, da man in vielen Fällen trächtige Weibchen oder kranke Tiere bekommt.
Oft werden auch Qualzuchten wie Dumboratten beispielsweise angeboten und mit einem Kauf dieser Tiere wird diese Zucht nur unterstützt.

Viele erfahrende Rattenhalter geben Tiere, die sie aus dem Tierheim geholt haben oder eine Pflegestelle für Ratten haben, in gute Hände ab. Viele Adressen findet man auch im Internet.
Für einen Rattenanfänger sind Tiere, die nicht aus der Zoohandlung kommen besser als andere, denn diese sind in den meisten Fällen bereits zahm.

Ratten aus dem Tierheim würde ich jedem empfehlen. Man sollte sich auch nicht abschrecken lassen, wenn es heißt, dass die Tiere bissig seien, denn meistens werden Ratten nicht gut behandelt oder man hat keine Zeit sich um sie zu kümmern.

Man sollte sich natürlich vor jeder Anschaffung darüber Gedanken machen, ob man junge oder ältere Ratten, zahme oder nicht zahme haben möchte. Mit Zeit und Geduld bekommt man jedes Tier wieder hin. Und wenn es wirklich mal nicht der Fall sein sollte, kann man froh sein, dass es der Ratte bei sich selbst sehr gut geht.

Bei meiner Huskyratte Flöckchen und der Albinoratte Sue hieß es auch, dass sie die Pfleger im Tierheim zerbissen hätten und sie aggressiv seien.
Dies habe ich in der Zeit seitdem ich sie nun habe noch nie feststellen können. Die beiden sind die liebsten und anhänglichsten Ratten, die ich je hatte. Es gibt natürlich auch Fälle, wo es wirklich der Realität entspricht.

Sonstiges:
Ratten benötigen viel Zeit und ein anständig, artgerecht ausgestatteter Käfig kostet Geld und fordert Ideenreichtum. Sie sind auch nicht so robust für wie man sie hält. Mitunter hat man hohe Tierarztkosten, was man sich vor der Anschaffung klarmachen sollte. Diese können mehr betragen, als die eigentlichen Anschaffungskosten einer Ratte.
Ratten sind gelehrig und können mit Liebe und Vertrauen viel lernen.

Verfasser: Nicole Müller
Fertigstellung: 05 Oktober 2003
Bilder: Eigene Ratten
Texte: Selbstverfasst
Username: rattenvolk

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Autor: Rattenvolk - Ergänzungen betty 0 Kommentare Druckansicht
Letzte Änderung: 25.01.2004, 14:32 Angesehen: 118579 -

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